Hier eine Auflistung meiner erfolgreichen Abenteuer

Erstbegehung Jungfrau Nordwand


Erstbegehung Jungfrau Nordwand


Um 9:00 starten, um eine neue Route in einer Nordwand zu klettern, ist vielleicht nicht die beste Idee. Jedoch geht es nicht anders, da Michael und ich spätestens am Sonntagabend wieder zuhause sein müssen.

Die Querung vom Jungfraujoch unter die Nordwand verläuft ohne Probleme und geht erstaunlich gut. Nach dem Begutachten der Nordwand und dem Suchen der Linie steigen wir zügig ein. Im Unteren Teil sind die Verhältnisse nicht so schlecht, weiter oben hat es nur eine dünne Eis- Schneeauflage auf abweisenden Platten. Die Kletterei wird immer steiler und anspruchsvoller. Der Fels ist leicht brüchig und das Absichern ist relativ schwierig. Messerhaken, Pecker, Mikrokeile und C3 sind deine besten Freunde. Einen anständigen Standplatz zu finden ist noch schwieriger. Die Eisauflagen sind für Eisschrauben meist zu dünn.

Nach dem zweiten Steilaufschwung versperrt uns ein riesiges Bollwerk den Weg. Es ist bereits halb 6 und in ein paar Stunden wird’s dunkel. Auch haben wir für den Notfall nur zwei Bohrhaken dabei. Wir entscheiden uns nach links zu queren und über ein Couloir (Jasper- oder Seeländercouloir) auf den Ostgrat zu klettern. Pünktlich erreichen wir beim dunkel werden den Gipfel. Mit der vorhandenen Spur ist der Abstieg relativ einfach. 

Die Schwierigkeiten belaufen sich auf ca. M5. Wie bereits gesagt ist das Absichern ziemlich schwierig und nimmt viel Zeit in Anspruch. Auf jeden Fall eine witzige Route.



Expedition Tien Shan


Expedition Tien Shan

Ein idyllisches Basecamp, das mit Knochen übersät ist, teils heftige Gewitter, schwerste Spurarbeit am Berg, Gipfelerfolge und ein frühzeitiges Ende der Expedition. Dies erlebten die fünf Nachwuchstalente des SAC- Expeditionsteams auf ihrer Reise in China.

Das Tien Shan Gebirge erstreck sich über eine Fläche von 1 000 000 Quadratkilometer und ist somit fünfmal so gross wie die Alpen. Es liegt im Grenzgebiet zwischen China, Kirgistan und Kasachstan. Das Team stellt sich aus fünf Athleten, einem Lead-Guide, einem Arzt und einem fünfköpfigen Kamerateam des SRF zusammen. Die Hinreise führt uns mit dem Flugzeug von Zürich über Istanbul und Almaty nach Urumqi. Alles verläuft reibungslos, nur in Istanbul streifen wir einen Militärputsch, können aber noch rechtzeitig abfliegen. Die ersten Tage in China nutzen wir, um die letzten Kleinigkeiten wie Gas und Essen zu organisieren. Weiter führt die Reise für drei Tage mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt „Hotsprings“. Die letzte Etappe bis ins Basecamp (BC) legen wir mit 25 Pferden zurück. Das BC liegt hinter einem Pass, schön eingebettet in grünen Wiesen, auf rund 3500m. Unterhalb befindet sich der 30 Kilometer lange Muzhart Gletscher und vis-à-vis das imposante 6627m hohe Xuelian Feng Massiv. In den letzten Jahren war bisher nur eine Hand voll Expeditionen in diesem Gebiet. Es gibt noch unbestiegene Gipfel und unzählige Möglichkeiten für Erstbegehungen.

1945 war unser BC Schauplatz einer Schlacht zwischen chinesischen Regierungstruppen und den Uiguren. Die Folgen sind bis heute noch zu sehen. Überall liegen Knochen, Pferdeschädel und sogar menschliche Gebeine. Unser Koch erzählt uns, dass er ein paar Jahre zuvor drei Tage lang Knochen gesammelt und sie anschliessend beerdigt hat. Trotzdem liegen überall noch Knochen am Boden. 

Kaum sind wir im BC angekommen, nutzen wir das schöne Wetter, um den ersten Gipfel zu besteigen. Eigentlich möchten wir nur Material auf eine Höhe von 4200m bringen, dort übernachten und am folgenden Tag wieder ins BC absteigen. Jedoch erhalten wir kurz vor dem zu Bett gehen eine SMS von Meteotest, worin steht, dass es nur noch für zwei Tage schön ist und es anschliessend für fünf weitere regnen soll. So entscheiden wir uns für einen spontanen Gipfelversuch. Am nächsten Morgen steigen wir durch ein 500 Meter langes Couloir auf 4800m hoch und deponieren dort unser Biwakmaterial. Anschliessend kämpfen wir uns durch knietiefen Schnee bis auf den Gipfelgrat. Dieser ist so verwächtet, dass wir ihn in der Nordostwand umgehen müssen. Die letzten 100 Höhenmeter vor dem Gipfel sind sehr mühsam und wir kommen nur langsam voran; Schneematsch auf Blankeis. Die Nullgradgrenze ist über 5000 Meter gestiegen und die Sonne brennt auf unsere Köpfe nieder. Am Mittag stehen wir endlich auf dem bis dato unbestiegenen Gipfel (5418m). Es ist ein spezielles Gefühl, wenn man weiss, dass hier zuvor noch keine Menschenseele gewesen ist. Nach einer Nacht auf 4800m steigen wir zurück ins BC und pünktlich, wie von Meteotest angekündigt, kamen dann die fünf Tage Regen. 

Bereits im Regen beginnen wir mit den ersten Materialtransporten in unser vorgeschobenes Basislager (ABC), welches in einem Gletscherkessel auf 3800m liegt. Von hier aus haben wir diverse Möglichkeiten um unbestiegene Gipfel oder neue Routen zu klettern. Nach ein paar weiteren Schlechtwettertagen können wir endlich wieder etwas unternehmen. Sebastian, Roman und Sébastien beginnen einen sicheren Weg durch eine Serac Zone auf ein Plateau zu suchen, damit man zwei unbestiegene 6000er angreifen könnte. Lukas, Denis und Nicolas schleppen zur gleichen Zeit noch weiteres Material ins ABC. Bei einer Diskussionsrunde am Abend entscheiden wir uns den Plan vom Plateau zu verwerfen, da die objektiven Gefahren einfach zu gross sind. 

Am folgenden Morgen machen sich Lukas, Denis und Nicolas auf um den P 4922m zu besteigen. Durch ein kleines Seitental erreichen wir die 500 Meter hohe Firnwand, welche direkt auf den Gipfelgrat führt. Ohne nennenswerte Schwierigkeiten erreichen wir den Gipfel. Sebastian, Roman und Sébastien erklimmen auf einer Erkundungstour einen weiteren unbestiegenen Gipfel (4490m). Endlich erhalten wir per Satelitentelefon einen positiven Wetterbericht von Meteotest, ein viertägiges Schönwetterfenster wird angekündigt. Da die Nullgradgrenze sehr hoch ist und es immer noch viel Neuschnee hat, entscheiden Lukas und Nicolas nicht wie geplant die unbestiegene Ostwand des „Xuelian West“ zu versuchen, sondern den Westgrat. Roman, Sebastian, Sébastien und Denis wollen den bereits begangenen Ostgrat auf den Nord-Ost Gipfel klettern. 

Bis ins ABC gehen wir gemeinsam, danach trennen sich unsere Wege. Das Nord-Ost Gipfel Team steigt bereits auf 4500m auf, die anderen Zwei gehen in ein kleines Seitental und schlafen auf 4000m. Aufgrund einer Verletzten am Bein muss Roman am nächsten Morgen ins BC absteigen. Die Verhältnisse sind nicht gerade optimal. Zwischen knöchel- und hüfttief muss gespurt werden. Lukas und Nicolas steigen auf 5200m, wo sie die Nacht verbringen. Sebastian, Sébastien und Denis gehen auf 5600m und verbringen eine ausgesetzte Nacht auf dem Grat. Die Akklimatisation war aufgrund des schlechten Wetters etwas mager ausgefallen und alle haben zu kämpfen. Am nächsten Morgen steigen alle weiter auf. Lukas und Nicolas entscheiden sich auf 5700 die Nacht zu verbringen und anschliessen abzusteigen, da Nicolas an akuter Bergkrankheit leidet und kein Risiko eingehen will. Die anderen Drei steigen auf den Vorgipfel, richten dort ein Camp ein und gehen dann weiter bis auf den Gipfel des 6518m hohen Xuelian Nord-Ost. Beim schönsten Sonnenuntergang können sie sich den wohlverdienten Gipfelhandschlag geben. Die Nacht verbringen sie auf dem Vorgipfel und steigen am folgenden Morgen ins BC ab. Fast gleichzeitig treffen alle gesund im BC ein und geniessen eine herrliche Mahlzeit.

Die nächsten zwei Tage verbringen wir an der Sonne, erholen uns und tanken Energie für die nächste Tour. Doch dann kommt übers Satellitentelefon eine schlechte Nachricht. Meteotest meldet für die kommenden Tage drei Meter Neuschnee. Natürlich glauben wir dies zuerst nicht, aber nach einem Telefongespräch müssen wir der Wahrheit ins Auge schauen. Wir warten zunächst noch einen Tag, rufen nochmals an und wieder bestätigen sie uns, dass es zwischen 2.5 und 3.5 Meter Neuschnee geben soll. So organisieren wir so schnell wie möglich die Pferde und reisen wieder zurück ins Tal nach „Hotsprings“. Schlagartig und ohne Vorwarnung ist unsere Expedition nun vorbei. Jetzt, wo wir endlich einigermassen gut akklimatisiert gewesen wären. Es fällt uns schwer, das Basislager zu verlassen, da wir alle noch so sehr motiviert waren und unsere eigentlichen Ziele noch nicht versuchen konnten. 

Zurück in der Zivilisation müssen wir uns zunächst einen Plan für unsere Weiterreise überlegen, da uns noch neun Tage in China bleiben. Durch Zufall erfahren wir, dass es 400 Kilometer nördlich von Urumqi ein Rissklettergebiet gibt, so reisen wir so schnell wie möglich dort hin und verbringen die restlichen Tage mit Klettern. Die Expedition war trotz des vielen Regens erfolgreich und vor allem lehrreich. Wir haben nun alle Erfahrung im Expeditionsbergsteigen und haben über die drei Jahre Ausbildung ein grosses Knowhow zusammengetragen, welches wir an die JO’s weitergeben können. Es hat sich gezeigt, dass wir als Team sehr gut funktionieren und weiterhin zusammen in den Bergen unterwegs sein werden. Natürlich war das schlechte Wetter und die warmen Temperaturen etwas ärgerlich, jedoch gehört dies zum Expeditionsbergsteigen dazu. Auf jeden Fall sind wir alle wieder gesund und munter in die Schweiz zurückgekehrt.

Seilschaftsspeedrekord in der Eiger Nordwand


Seilschaftsspeedrekord in der Eiger Nordwand

Zusammen mit Ueli Steck konnte ich am 11.11.15 den Seilschaftsspeedrekord in der Eiger Nordwand brechen. In 3 Stunden und 46 Minuten kletterten wir auf der Heckmair-Route durch die Wand. Wir unterboten dabei den vorherigen Rekord von Roger Schäli und Simon Gietl um 39 Minuten.

Hier der Zeitungsartikel:

Wendenstöcke "Ben Hur", 7c+ Rotpunkt


Wendenstöcke "Ben Hur", 7c+ Rotpunkt

Nach dem ich am Mittwoch und Donnerstag mit Ueli Steck eine Kombination zwischen "Metanoia" und der "Japaner-Diretissima" in der Eiger Nordwand kletterte, war das Bedürfnis nach Sonne wieder am aufglühen. 

Zusammen mit meinem langjährigen Kletterpartner Michael stieg ich am Sonntag in die Route "Ben Hur" ein. Erstaunlicherweise konnte ich ausser der 7b+-Länge alles flash oder onsight klettern. Die drei Schlüssellängen kletterte ich jeweils im Vorstieg, ansonsten wechselten wir uns ab. Eine wirklich schöne und gut abgesicherte Route in bestem Kalkfels...

Eiger Nordwand "Metanoia-Japaner"


Eiger Nordwand "Metanoia-Japaner"

Bei perfekten Verhältnissen stieg ich zusammen mit Ueli Steck in die Wand ein. Wir waren auf der Suche nach Jeff Lowe's Route "Metanoia". Der erste schwierige Abschnitt liessen wir aus und stiegen über den Schwierigen Riss in die Route ein. Ueli hatte den unteren Orginalteil der Route bis zum Hinterstoisser bereits geklettert und meine nur, dieser sei nicht lohnend. Beim Hinterstoisser-Quergang zogen wir über dünne Eisauflagen senkrecht nach oben, direkt ins erste Eisfeld. 

Nach dem zweiten Eisfeld versuchten wir die Metanoia zu finden, was uns teilweise auch gelang. Jedoch war das Problem, dass Jeff fast kein Material zurückgelassen hatte. Dies erschwerte uns die Routenfindung erheblich, daher kletterten wir oft auf der logischen Linie. Die logische Linie entpuppte sich später als die Japaner-Route.

Nach einer Nacht auf dem Centerband versuchten wir nochmals die Metanoia zu finden, wurden jedoch entäuscht. Daher stiegen wir über die Japaner aus. Auf jedenfall waren es zwei super Tage mit wirklich schöner Mixedkletterei...


04.11.15

Mittellegigrat Integral


Mittellegigrat Integral

Um 3:30 starten Jonas und ich in Grindelwald Grund. Über Alpiglen erreichen wir zügig den Klettersteig zur Ostegghütte. Über diesen passieren wir die Hütte und steigen direkt zum Grat hoch. Hier versteigen wir uns kurz und klettern seilfrei in fast senkrechtem brüchigen Fels. Diese Passage wurde schlussendlich unsere Schlüsselstelle der Tour. Die zwei Seillängen nach dem Hick müssen wir kurz sichern. Um 9:00 sind wir in der Mittellegihütte und schlürfen einen heissen Kaffee. Über die mit Fixseil ausgerüsteten Aufschwünge erreichen wir um ca. 12:00 den Gipfel. Der Abstieg folgt über die mühsame Westflanke. Ab der Station Eigergletscher nehmen wir die Bahn.
Von Grindelwald Grund bis zur Station Eigergletscher benötigten wir nicht ganz 11.5 Stunden.

Scheidegg Wetterhorn „Pargätzi Pfeiler“


Scheidegg Wetterhorn „Pargätzi Pfeiler“

Mit dem letzten Zug kommen wir um 00:41 in Grindelwald an. Zügig laufen wir zur Grossen Scheidegg, wo wir unsere erste Pause einlegen. Über kurze Kletterpassagen und Geröllfelder steigen wir weiter zum Einstieg hoch. Gerade als die Dämmerung einsetzt befinden wir uns bereits am ersten Stand. Die meisten Seillängen klettern wir parallel und kommen so zügig voran.
Nach zwei Drittel der Route erreichen wir die Schlüsselseillänge, die „Pargätzi-Verschneidung“. Diese ist nur mit 5b bewertet, kann aber selbst einen 8b-Kletterer zum stocken bringen. Diese Seillänge ist 35 Meter lang, weisst nur eine Zwischensicherung auf und das Platzieren von Friends ist leider nicht möglich, da der vorhandene Riss zu gross ist.
Nach dieser Schlüsselstelle wird das Gelände einfacher und wir klettern wieder parallel. Der letzte Drittel bis zum Gipfel zieht sich nochmals in die Länge. Um ca. 15:30 stehen wir auf dem Scheidegg Wetterhorn und geben uns einen Handschlag. Der Abstieg läuft problemlos, so sind wir um halb elf wieder in Grindelwald am Bahnhof...

Einige Fakten:
- 2750 Höhenmeter
- Über 32 Seillängen (Topo von "Keep Wild" ist recht ungenau)
- Schwierigkeit bis 6a (Schlüsselseillänge ist jedoch eine 5b, wo man besser nicht stürzt)
- 21.5 Stunden unterwegs
- Um die 8000 Kcal verbrannt (Das sind etwa 35 Hamburger, na dann: Bon Appetit!)


11.07.15

„Flying Circus, M10“ Flash/Onsight


Breitwangfluh „Flying Circus, M10“ Flash/Onsight


Die Temperaturen sind mittlerweile auch schon an der Breitwangfluh über den Gefrierpunkt gestiegen und am Nachmittag erreichen auch die ersten Sonnenstrahlen die sonst schattige Grotte des Sektors Monty Python. Ein klares Zeichen, dass die Eisklettersaison langsam aber sicher zu Ende geht.
In der Morgendämmerung stehen wir bereits am Einstieg und stärken uns ein letztes Mal, bevor wir einsteigen. Die erste Seillänge (M9) weisst sehr viel Eis auf und gestaltet sich eher einfacher als sonst.
Die nächste ist die Schlüsselseillänge und ist mit M10 bewertet, was wirklich sehr, sehr gutmütig ist. Die vielen Begehungsspuren sind hilfreich und lotsen uns stets den richtigen Weg.
Darauf folgt eine M7-Länge, die nochmals tricky ist, weil der kleine Zapfen fehlt. So muss man sich um überhängende Eiswulste schlängeln, damit man schlussendlich am grossen Zapfen zum Stand hochklettern kann. Die letzte Seillänge (WI5) ist Genuss pur.
Eine wirklich spektakuläre und lohnende Trad-Mixedroute, die abgesehen von den Ständen keine Bohrhaken aufweist. Wie bereits erwähnt, könnte die Route eine Auffrischung in der Bewertung vertragen...

Grandes Jorasses "Croz"


Grandes Jorasses Nordwand "Croz"


Es regnet in Strömen und der Weg in die Leschauxhütte ist noch weit. Meine Gedanken sind so negativ wie der letzte Monat. Praktisch immer schlechtes Wetter und dazu noch angerissene Bänder, das macht einem nicht gerade Freude. An ein Gelingen von unserer Tour habe ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht gedacht. Völlig durchnässt erreichen wir die Hütte. Das Gewitter hat sich verzogen und die ersten Sonnenstrahlen beginnen unsere nassen Sachen zu trocknen. Endlich lichtet sich auch der Nebel vor der Jorasses und wir können in die markante Nordwand sehen. Eines wird sofort klar, der Walkerpfeiler hat zu viel Schnee. Wir müssen unseren Plan ändern und entschliessen uns für die Route "Croz".

Um Mitternacht klingelt der Wecker, wir stehen auf, essen eine Kleinigkeit und beginnen mit dem zwei Stündigen Zustieg über den stark zerschrundenen Gletscher. Der Einstieg finden wir im dunklen schnell und beginnen mit dem Aufstieg. Die Verhältnisse entpuppen sich als nicht so schlecht und wir kommen zügig voran. Es ist ein stetiges abwechseln von Fels, Eis und Schnee. Bis zum Ausstieg bleibt es immer spannend und ohne nennenswerte Schwierigkeiten.

Um ca. 16.00 Uhr stehen wir auf dem Gipfel und geben uns einen Handschlag. Da ich den Abstieg bereits kenne, weiss ich genau was uns erwartet. Mühsames Abseilen in super "Seilverhänkergelände", durchnässter Schnee, in welchem man zwischen Knie- und Hüfttief versinkt und dazu noch ein zerschrundener Gletscher. Kurz über der Boccalatte-Hütte fängt es zu regnen an. Wir entscheiden uns in der Hütte Unterschlupf zu suchen und erst am nächsten Morgen weiter abzusteigen.

07.08.2014

Gorges du Verdon "Dame Cookie", 8a+, 180m Rotpunkt


Gorges du Verdon "Dame Cookie, 8a+, 180m" (Rotpunkt)

Endlich haben wir La Palud erreicht! Es ist jetzt 05:30 und wir haben eine siebenstündige Autofahrt hinter uns. Beim erstbesten Parkplatz halten wir an, rollen unsere Matten aus und legen uns für ein paar Stunden aufs Ohr. Nach dem Frühstück brechen wir gleich auf um die Route "Dame Cookie" auszuchecken. Die Route ist fast durchgehend schwierig und bietet beste Kletterei an Löcher und Leisten. Die Seillängen sind: 7c, 6c ,6c ,8a ,7c+, 8a+ und 5c.

Wir checken die Route bis und mit der L4 aus. Jonas kann die erste Länge gleich onsight klettern, ich hingegen tropfe ab. Die 6c Längen sind nicht schwer und wir klettern sie beide. Nach dem Jonas die L4 ausgecheckt hat und wieder bei mir unten am Stand ist, meint er, ich könne sie bestimmt flashen. Ich lasse mich von ihm lotsen und kann sie tatsächlich flash klettern. Jonas klettert sie anschliessend auch noch rotpunkt, danach seilen wir ab und gehen auf den Camping.

Tags darauf steigen wir erneut ein und wollen die ersten vier Seillängen mit den letzten drei Seillängen zusammenhängen. Ich beginne und kann die 7c gleich punkten. Anschliessend klettere ich auch gleich die 8a wieder auf anhieb. Beide können wir die 7c+ durchsteigen. Ich checke die 8a+ aus und sehe, dass ich mit meinen Kräften am Ende bin. Jonas versucht sie zu flashen, fällt jedoch kurz vor dem Stand. Er versucht es ein zweites Mal, scheitert jedoch erneut. Jetzt liegt alles an mir! Ich überwind mich nochmals und steige voller Zuversicht ein und kann sie tatsächlich klettern. Die Freude ist gross, jedoch müssen wir uns beeilen, wenn wir noch trocken oben ankommen wollen. Nach der letzten 5c und dem Fussabstieg sind wir wieder unten beim Einstieg und gehen zurück zum Auto. Der erfolgreiche Tag wird mit Pizza und Bier abgerundet.

21.04.14

Breitwangfluh "Beta Rocker M8, WI6" Onsight


Breitwangfluh "Beta Rocker M8, WI6" onsight 

Wieder einmal spurten Jönu und ich an die Breitwangfluh. Spontan haben wir uns entschieden die Route "Beta Rocker" zu klettern. Die Säule ist letzte Woche bei einem Durchstiegsversuch kollabiert. Zum Glück ist niemand verletzt worden. Ich konnte diese fantastische Mixedroute gleich onsight klettern.

05.01.2014

Breitwangfluh "Elementarteilchen, M8, WI6" Onsight

Breitwangfluh "Elementarteilchen, M8, WI6" Onsight


In schnellen Schritten verlassen wir (Chrigu und ich) den Parkplatz in Richtung Breitwangfluh. Wir wissen eigentlich gar nicht, welche Route wir klettern wollen. Auf der Alp beginnt dann die Diskussion: "Crack Baby" ist schon jemand mit der Stirnlampe am klettern und ich habe sie bereits gemacht, "Stairways to the heaven" sieht von weitem nicht so gut aus, Tsunamix habe ich bereits gemacht, "Mach 3" hat Chrigu bereits gemacht, "Metro" hat Chrigu auch schon gemacht, "Betarocker" haben wir beide gemacht, "Alpha Rocker" schaut mager aus etc.

Weil die Verhältnisse zum Eisklettern in der letzten Zeit so schlecht waren und man fast nur an der Breitwangfluh klettern konnte, gehen uns langsam die Routen aus. Hätte ich niemals gedacht!
Schlussendlich entschieden wir uns für "Elementarteilchen". Die ersten drei Seillängen sind ein super aufwärmen und dann geht es mit der ersten Mixedlänge los. Diese ist super zum Klettern und nicht wirklich schwer. Die zweite Mixedlänge ist dagegen schon etwas fies. Nach einem Einstiegsboulder folgt schönes Toolygelände. Zum Abschluss kommt ein verfaulter und von wärme gefolterter Zapfen. Dieser ist nicht schwer zum Klettern, doch die Gefahr, dass man samt diesem in die Tiefe stürzt, ist gross. Darauf folgen noch zwei weitere Eislängen. 

Bereits um 14:00 waren wir wieder am Einstieg und spielten noch mit dem Gedanken in die "Crack Baby" einzusteigen. Da die andere Seilschaft beim Abseilen nicht vorwärts kam, entschieden wir uns abzusteigen. Die beiden Mixedlängen kletterte ich jeweils im Vorstieg.

08.02.2014

Grandes Jorasses "Colton-Macintyre"


Grandes Jorasses Nordwand "Colton-Macintyre"

Anfangs Juli konnten David und ich die "Colton-Macintyre" in der Grandes Jorasses Nordwand klettern. Neben den sieben Begehungen der Eigernordwand und der Matterhornnordwand konnte ich endlich die letzte, der drei grossen Nordwände der Alpen durchsteigen. Nach 14 Stunden Kletterzeit erreichten wir die Pointe Walker. Die Verhältnisse in der Wand waren nicht top, jedoch voll OK. Die Schlüsselseillänge hatte kein Eis, so mussten wir sie über die schwerere "Alexis" umgehen. Laut Topo sollte die 95 Grad steiles Eis und eine A1 Stelle haben. Stimmte jedoch nicht wirklich, 90 Grad und WI5 wären zutreffender. Der Abstieg nach Plampincieux war noch einmal hart, 3000 Höhenmeter waren zu vernichten. Um 20:30 waren wir im Tal und gönnten uns eine gemütliche Nacht im Hotel. 

​15.07.2013

Titlis Nordostwand "Land ohne Herren 7c" / "Süpervitamin 7b" onsight


Titlis Nordostwand "Land ohne Herren 7c" / "Süpervitamin 7b" onsight
Am 3. und 4. August waren Björn und ich an der Titlis Nordostwand. Geplant war am ersten Tag die neue Route "Süpervitamin 7b" und am zweiten die "Land ohne Herren 7c" zu klettern. Die erste Route war kein Problem, nach ein paar Stunden standen wir am Ausstieg und konnten alle Seillängen flash/onsight klettern.
Super Route! Die Absicherung ist voll OK und die Kletterei ist auch gut. Nach dem Abseilen gingen wir zu unserem Zelt und verbrachten dort eine verregnete Nacht.

Am nächsten Morgen standen wir bereits um 6:30 am Einstieg. Unsere Route war zum Glück trocken. Wir sind so früh eingestiegen, weil auf den Mittag Gewitter gemeldet waren. Alles lief wie geplant, ausser in der Schlüsselseillänge bekamen wir ein paar Tropfen ab. Um ein Haar sind wir nicht in ein Gewitter gekommen. Im Tal waren die Strassen nass.
Ich war froh als ich die letzte Seillänge hinter mir hatte, so konnte ich die ganze Route flash/onsight klettern. Die "Land ohne Herren" ist absolute spitze! Athletische Kletterei, durchdacht gebohrt und super Linienführung.
​05.08.2014